Warum Bruichladdich
Eine Brennerei, die zu meiner Geschichte gehört.
Es gibt Brennereien, die man trinkt, und solche, mit denen man eine Geschichte hat. Bruichladdich ist für mich die zweite Sorte. Auf Islay habe ich Stunden hinter den Kulissen verbringen dürfen – in Lagerhäusern, zwischen Fässern, mit den Menschen, die dort arbeiten.
Mit Jim McEwan, der Bruichladdich geprägt hat wie kein Zweiter, haben wir über die Islay Cask Company einen Whisky gemacht: ein Fass, das er persönlich ausgesucht hat – ein 12-jähriger, leicht getorfter Bruichladdich in Fassstärke. 200 Flaschen gingen in den freien Verkauf, und pro Flasche gingen 5 £ an die Scottish Charity Air Ambulance. Die Organisation hat Jim selbst ausgewählt.
Und dann ist da Mary McGregor, bei uns nur die „Queen of Scots“ genannt. Sie hat bei Bruichladdich die unabhängigen Abfüller und Privatkunden betreut – und wir haben mit ihr auf Islay und in Deutschland viele Stunden am Tisch gesessen. Wer mit Mary spricht, weiß hinterher mehr über Bruichladdich als aus jedem Prospekt.
Ihr 20-jähriges Dienstjubiläum wurde mit einem einzigen Fass gefeiert: Cask #1293, ein 2nd Fill Port Hogshead, 20 Jahre, 227 Flaschen, von ihr signiert. Diese Flasche schließt den Abend.
Wer fünf Drams aus einer Brennerei einschenkt, erzählt keine Produktreihe. Er erzählt, warum er dort immer wieder hinfährt.